Wilhelm Sanberg Schule Frankenhardt

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Kernaufgabe Unterricht

Wenn Sch├╝ler mit verschiedenen Bildungsempfehlungen in einer Gruppe unterrichtet werden, so muss der Unterricht differenziert geplant und durchgef├╝hrt werden. 

Stark vereinfacht besteht Unterricht aus drei Phasen. In der ersten Phase lernt der Sch├╝ler einen neuen Sachverhalt kennen (Inputphase). Dies kann mit vielen Methoden umgesetzt werden. Eine dieser Methoden ist der sogenannte Frontalunterricht, den es auch in der GMS weiterhin gibt. Ebenso k├Ânnte sich ein Sch├╝ler einen neuen Sachverhalt selbst erarbeiten oder eine Sch├╝lergruppe setzt sich mit dem neuen Sachverhalt auf verschiedene Art und Weise auseinander.

In der zweiten Phase muss der neu gelernte Inhalt ge├╝bt, im weiteren Verlauf des Lernens vertieft oder manchmal auch korrigiert werden. Vor allem in dieser Phase sollte jeder Sch├╝ler m├Âglichst auf seiner Stufe lernen k├Ânnen. Eine M├Âglichkeit, diese Unterscheidung (Differenzierung) und damit ein individuelleres Lernen in diesen ├ťbungsphasen zu erreichen, besteht darin, sogenannte Lernwegelisten einzusetzen. Auf diesen werden drei Niveaus unterschieden. Das grundlegende Niveau (G), das mittlere Niveau (M) und das erweiterte Niveau (E). 

Ein Sch├╝ler auf dem mittleren Niveau bearbeitet in einem Fach die Aufgaben auf dem mittleren Niveau. Hat er diese Stufe erreicht, so kann er sich mit den Aufgaben auf dem erweiterten Niveau auseinandersetzen. Dadurch wird er optimal gef├Ârdert.

Ben├Âtigt er Hilfe, so kann er sich von anderen Sch├╝lern helfen lassen, z.B. von Sch├╝lern, die auf derselben Stufe arbeiten und schon weiter sind oder von Sch├╝lern, die auf einer h├Âheren Stufe arbeiten (kooperatives Lernen).

Beide Methoden (Lernwegelisten und kooperatives Lernen) sind keine Neuheiten, werden aber in der Gemeinschaftsschule verst├Ąrkt eingesetzt.

Beispiel einer Lernwegeliste:

In der dritten Phase erfolgt die Leistungs├╝berpr├╝fung. Es wird festgestellt, welche Kompetenzen der Sch├╝ler im Rahmen der Einheit erreicht hat. Dies erfolgt meist durch einen Test/eine Klassenarbeit. Auch andere Formen der Leistungsbewertung kommen zur Anwendung.

Woher wei├č ein Sch├╝ler, auf welcher Stufe er in welchem Fach arbeiten muss?

Die Sch├╝ler kommen aus der Grundschule mit verschiedenen Grundschulempfehlungen zu uns. Im ersten halben Schuljahr finden viele wichtige Prozesse statt. Die Klasse bildet sich, die Lehrer-Sch├╝ler-Beziehung wird aufgebaut und die Sch├╝ler lernen, sich in der neuen Umgebung und mit den neuen Regeln und Abl├Ąufen zurechtzufinden.

In diesem ersten Schulhalbjahr stellen die Lehrkr├Ąfte der Klasse 5 auch den Leistungsstand der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in den einzelnen F├Ąchern fest. Die Grundschulempfehlung ist f├╝r uns dabei nicht von Bedeutung.

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler d├╝rfen in allen F├Ąchern auf unterschiedlichen Niveaus arbeiten. Auf diese Weise lernen die Sch├╝ler auch, sich selbst besser einzusch├Ątzen. In diesem ersten halben Jahr finden verschiedene Leistungs├╝berpr├╝fungen statt. Diese erfolgen ebenfalls auf unterschiedlichen Niveaus.  So werden beispielsweise Tests auf dem grundlegenden Niveau geschrieben und Tests auf dem mittleren und dem erweiterten Niveau.
Diese Tests werden nur mit Punkten und nicht mit einer Note versehen. M├Âchten die Eltern eine Note erfahren, so k├Ânnen sie diese beim Lehrer erfragen.

Auf der Grundlage der Leistungs├╝berpr├╝fungen und auf der Grundlage der unterrichtlichen Arbeit der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in diesem ersten Schulhalbjahr erfolgt gegen Ende des ersten Schulhalbjahres eine Niveauzuteilung der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in allen F├Ąchern. Dies sieht dann z.B. so aus:

Die Zuteilung zu einer Niveaustufe unterliegt ausschlie├člich der Einsch├Ątzung der jeweiligen Fachlehrkraft und bezieht die Gesamtheit der erbrachten Leistungen mit ein. Die Einteilung ist nicht das Ergebnis einer arithmetischen Formel.

Mit dieser Niveaueinteilung starten die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ins zweite Schulhalbjahr.   

Der hier dargestellte Sch├╝ler arbeitet in den F├Ąchern Deutsch und Mathematik im zweiten Schulhalbjahr vorwiegend auf dem grundlegenden Niveau. Das bedeutet nicht, dass er nicht auch andere Aufgaben bearbeiten darf, sofern er die ├ťbungen der grundlegenden Stufe erledigt hat. Er wird immer wieder auch auf dem mittleren Niveau arbeiten. Die Leistungsfeststellungen in Form von Tests schreibt der o.g. Sch├╝ler aber durchgehend auf dem grundlegenden Niveau.

Im zweiten Schulhalbjahr werden auf Wunsch der Eltern Noten ausgewiesen.

Am Ende der 5. Jahrgangsstufe wird die Niveaueinteilung erneut ├╝berpr├╝ft. Hier entscheidet sich, ob ein Sch├╝ler oder eine Sch├╝lerin im folgenden Schuljahr (Klasse 6) in einem Fach auf einer anderen Niveaustufe arbeiten wird oder nicht. Die Entscheidung hier├╝ber trifft der Fachlehrer, ggf. in Absprache mit dem Sch├╝ler/der Sch├╝lerin selbst bzw. dessen Eltern. Die Niveau├Ąnderung wird im Lernentwicklungsbericht vermerkt.

Niveauwechsel im laufenden Schuljahr:

Auch zu Beginn eines Schuljahres kann das Niveau wieder gewechselt werden. Stellt sich beim o.g. Sch├╝ler heraus, dass das zugeteilte Niveau nicht (mehr) passt, so wird die Niveaustufe umgehend angepasst. Im Lernentwicklungsbericht wird in diesem Fall vermerkt, dass ein Niveauwechsel unter dem Schuljahr stattgefunden hat.

Hinweis zu den Arbeitsformen in der GMS:

Die Arbeit mit Lernwegelisten und den damit verbundenen Input- bzw. Lernzeitphasen ist eine Arbeitsform des Unterrichts in den Kernf├Ąchern. Daneben kommen weiterhin bekannte Arbeitsformen, die sich in der Vergangenheit bew├Ąhrt haben, zum Einsatz. Darunter fallen Arbeitsformen wie Gruppenarbeit, Lerntheken, Partnerarbeiten oder nat├╝rlich Einzelarbeitsphasen. Nicht alle Inhalte eignen sich f├╝r die Arbeit mit Lernwegelisten. Auch kann individuelle Arbeit mit Lernwegelisten nicht die einzige Arbeitsform im Unterricht sein. Sprachunterricht z.B. stellt andere Anforderungen an Unterrichtsmethoden als naturwissenschaftlicher Unterricht. Entscheidend ist, dass die Sch├╝ler bei allen Inhalten, Methoden und Arbeitsformen auf ihrem Niveau arbeiten und auch entsprechend beurteilt werden k├Ânnen.

Innere und ├Ąu├čere Differenzierung - Laufbahnberatung

An unserer Gemeinschaftsschule k├Ânnen sowohl der Hauptschulabschluss als auch der Realschulabschluss gemacht werden.

Aus diesem Grund wird auf verschiedenen Niveaus unterrichtet. Dabei unterscheiden wir die sogenannte Binnendifferenzierung von der ├Ąu├čeren Differenzierung. Bei der Binnendifferenzierung geschieht die Umsetzung der verschiedenen Niveaus durch Differenzierungsma├čnahmen innerhalb eines Klassenraumes, z.B. durch Lernwegelisten, unterschiedliche Arbeitsauftr├Ąge, unterschiedliche Hilfestellungen zu einem Arbeitsauftrag, usw.

Bei der ├Ąu├čeren Differenzierung wird eine Sch├╝lergruppe nach Leistung getrennt unterrichtet, z.B. Unterricht in einem Kurssystem in verschiedenen R├Ąumen. Auch die Trennung nach Schularten stellt eine ├Ąu├čere Differenzierung dar.

Um der heterogenen Sch├╝lerschaft gerecht zu werden, kommen in der WSS beide Formen der Differenzierung zum Einsatz.

In den Jahrgangsstufen 5 ÔÇô 7 erfolgt die Unterscheidung vorwiegend durch Ma├čnahmen der Binnendifferenzierung.

Ab der 8. Jahrgangsstufe kommt eine Kombination von ├Ąu├čeren Differenzierungsma├čnahmen und Binnendifferenzierungsma├čnahmen zum Einsatz. Die Sch├╝ler werden die Sch├╝ler in einem Kurssystem unterrichtet.

Beispiel:

Die Situation der heterogenen Sch├╝lerschaft in einer Lerngruppe:

Unabh├Ąngig von der Schulart ist die Heterogenit├Ąt innerhalb einer Lerngruppe sehr gro├č. Wenn Sch├╝ler mit allen Grundschulempfehlungen unterrichtet werden sollen, so befinden sich Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler vom F├Ârderniveau bis hin zum gymnasialen Niveau in der Lerngruppe.

Die Lehrkraft ist gefordert, alle 4 Niveaus zu bedienen. Dabei gibt sie unterschiedliche Arbeitsanweisungen, behandelt unterschiedliche Themen, gestaltet unterschiedliches Arbeitsmaterial, pr├╝ft Leistungen auf unterschiedlichen Niveaus, usw. Nat├╝rlich bekommt sie von den unterschiedlichen Sch├╝lergruppen auch unterschiedliches Feedback, auf welches sie dann angemessen reagieren muss. Diese Leistung ist bereits bei einer homogenen Lerngruppe eine Herausforderung. Diese Herausforderung ist aber leistbar sofern die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der Lerngruppe an denselben Inhalten Arbeiten.

Das Kurssystem in Klasse 8

Mit h├Âheren Klassenstufen unterscheiden sich jedoch zunehmend die Inhalte. In diesem Fall muss die Lehrkraft im Rahmen ihres Unterrichts auch unterschiedliche Inhalte bearbeiten und sehr schnell ÔÇ×umschaltenÔÇť. Daher kommen in h├Âheren Jahrg├Ąngen auch Formen der ├Ąu├čeren Differenzierung zum Tragen.

In der 8. Jahrgangsstufe kommt daher unser Kurssystem zum Einsatz.

Die F├Ącher Mathematik, Deutsch und Englisch werden in zwei Kursen angeboten.

HS-A und RSA-G

Dabei wird Ihr Kind wie die vergangenen Schuljahre auch in den drei o.g. F├Ąchern einer Niveaustufe zugeordnet. Je nachdem, welchem Niveau Ihr Kind zugeordnet ist, besucht es dann in der 8. Jahrgangsstufe einen der zwei Kurse. Diese Zuordnung zu einem Kurs kann in den drei F├Ąchern nach wie vor variieren.

Im ersten Kurs werden Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler unterrichtet, die auf G-Niveau und schw├Ącherem M-Niveau arbeiten, im zweiten Kurs werden Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf st├Ąrkerem M-Niveau und E-Niveau unterrichtet.  

Beim oben dargestellten Kurssystem erfolgt eine Teilung der Lerngruppe in zwei Leistungsgruppen (Kurs A und Kurs B). Das bedeutet nicht, dass keine Binnendifferenzierungsma├čnahmen zum Einsatz kommen, nur erstrecken sich die Ma├čnahmen der Binnendifferenzierung ├╝ber die Leistungsspanne innerhalb dieses Kurses. Dies erm├Âglicht ein individuelleres Eingehen auf die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler dieser Lerngruppe.

Dieses System kommt bei uns in den F├Ąchern Deutsch, Mathematik und Englisch in Klasse 8 zum Einsatz (Franz├Âsisch wird nur auf mittlerem und erweitertem Niveau unterrichtet).

Auf diese Weise k├Ânnen Unter- und ├ťberforderung vermieden werden. Jeder Sch├╝ler arbeitet in allen F├Ąchern auf seiner Stufe, in seinem Kurs.

In diesem System liegt ein gro├čer Unterschied zu den Realschulen.

Pers├Ânliche Gespr├Ąche am Ende der Klasse 7

Nach dem Elterninformationsabend werden alle Eltern der 7. Klassen zu einem pers├Ânlichen Gespr├Ąch eingeladen, indem wir die Eltern ├╝ber die vorgesehene Einteilung in den F├Ąchern Deutsch, Mathematik, und Englisch informieren und gemeinsam beraten. Die Teilnahme an diesem Gespr├Ąch ist freiwillig.

Die Eltern erhalten zu gegebener Zeit eine Einladung zu einem pers├Ânlichen Gespr├Ąch durch den Klassenlehrer.

Im Rahmen dieses Gespr├Ąchs schauen sich Eltern (gerne mit dem betreffenden Kind) und Klassenlehrer bisher erbrachte Leistungen an und beraten gemeinsam ├╝ber die Kurseinteilung in den betreffenden F├Ąchern. Auf einem Protokollbogen werden Ergebnisse des Gespr├Ąchs dokumentiert. 

Unterricht ab Klasse 9

Ab der 9. Jahrgangsstufe werden die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in allen F├Ąchern auf einer Niveaustufe unterrichtet. Die Entscheidung liegt hier bei den Eltern. Es gilt:

Wer auf den Hauptschulabschluss hinarbeitet, wird in allen F├Ąchern auf G-Niveau unterrichtet.
Wer auf den Realschulabschluss hinarbeitet wird in allen F├Ąchern auf M-Niveau unterrichtet
Wer den Wechsel in die Oberstufe eines allgemeinbildenden Gymnasiums abstrebt, wird in allen F├Ąchern auf E-Niveau unterrichtet.

Wir bilden ab Klasse 9 zwei Kurse:

Im ersten Kurs werden alle Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler unterrichtet, die den Hauptschulabschluss anstreben. Im zweiten Kurs werden alle Sch├╝ler unterrichtet, die den Realschulabschluss oder den Wechsel in die Oberstufe eines allgemeinbildenden Gymnasiums abstreben.

Abschluss- und Anschlussm├Âglichkeiten

Sie haben f├╝r Ihr Kind folgende M├Âglichkeiten:


F├╝r Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf dem G-Niveau:
Hauptschulabschluss nach Klasse 9
Ihr Kind macht nach dem 9. Schuljahr den Hauptschulabschluss s. Grafik, Feld 1)

Hauptschulabschluss nach Klasse 10
Ihr Kind macht nach dem 10. Schuljahr den Hauptschulabschluss. Ist abzusehen, dass der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 weniger gut ausfallen k├Ânnte, besteht die M├Âglichkeit, in zwei Jahren auf den Hauptschulabschluss hinzuarbeiten. Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler lernen im 9. und 10. Schuljahr auf dem G-Niveau und absolvieren nach dem 10. Schuljahr den Hauptschulabschluss. Im Anschluss haben Sie die beschriebenen weiteren M├Âglichkeiten (Felder 5 und 6).

Realschulabschluss in einem Jahr
Ist der Hauptschulabschluss besser als 2,5 so kann Ihr Kind im 10. Schuljahr in einem Jahr den Realschulabschluss absolvieren (Feld 2).

Realschulabschluss in zwei Jahren
Ist der Hauptschulabschluss schlechter als 2,4, so kann Ihr Kind die 9. Klasse auf dem M-Niveau wiederholen und im 10. Schuljahr den Realschulabschluss absolvieren (gr├╝ner Pfeil in der Grafik und die Felder 3 und 4). Dabei handelt es sich um den Realschulabschluss in zwei Jahren (zeitlich identisch mit dem mittleren Bildungsabschluss auf der zweij├Ąhrigen Berufsfachschule, es handelt sich bei uns jedoch um den allgemeinbildenden Realschulabschluss, der auch an Realschulen angeboten wird).


F├╝r Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf dem M-Niveau:
Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf dem M-Niveau machen in der 9. Klasse keinen Hauptschulabschluss. Sie lernen in Klasse 9 und 10 auf mittlerem Niveau und schlie├čen die 10. Klasse  mit dem Realschulabschluss ab (Felder 3 und 4).

Abschlie├čend ist ein Wechsel auf ein berufliches oder allgemeinbildendes Gymnasium m├Âglich. Der Besuch eines allgemeinbildenden Gymnasiums setzt die zweite Fremdsprache (Franz├Âsisch) ab Klasse 6 voraus.

F├╝r Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf dem E-Niveau:
Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler auf dem erweiterten Niveau absolvieren weder eine Hauptschulabschlusspr├╝fung nach Klasse 9 oder 10 noch eine Realschulabschlusspr├╝fung nach Klasse 10.

Sie lernen im 9. und 10. Schuljahr auf dem erweiterten Niveau und werden nach der 10. Klasse in die Klasse 11 eines allgemeinbildenden Gymnasiums (G9) versetzt (Felder 7 und 8). F├╝r die Versetzung ist die Versetzungsordnung des Gymnasiums ma├čgebend. Der Besuch eines G8-Gymnasiums ist m├Âglich, wenn dort die 10. Klasse wiederholt wird.

Bei Nichtversetzung kann die 10. Klasse auf dem E-Niveau wiederholt werden.
Auch gibt es die M├Âglichkeit, die 10. Klasse auf dem M-Niveau zu wiederholen und das Schuljahr mit der Realschulabschlusspr├╝fung abzuschlie├čen (Feld 9).

Um die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sowie die Eltern bei ihren Entscheidungen zu unterst├╝tzen, werden sie rechtzeitig ├╝ber anstehende Entscheidungen informiert. Bei allen Entscheidungsprozessen steht die Schule den Eltern und Sch├╝lern beratend zur Seite.
Daf├╝r gibt es sogenannte Laufbahnberatungsgespr├Ąche in Klasse 8 und 9.


Hinweis zu Zeugnissen und Lernentwicklungsberichten:

Ein Sch├╝ler bekommt in der Regel einen Lernentwicklungsbericht. Auf Wunsch sind Noten ausgewiesen. Im Abschlussjahrgang bekommen die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ein Halbjahreszeugnis und am Schuljahresende ein Abschlusszeugnis der entsprechenden Schulart.

Ein Sch├╝ler, der in Klasse 9 den Hauptschulabschluss macht, bekommt im Halbjahr also ein Halbjahreszeugnis der Hauptschule und am Schuljahresende nach bestandener Pr├╝fung ein Hauptschulabschlusszeugnis.
Sch├╝ler auf dem mittleren Niveau bekommen erst in der 10. Klasse ein Halbjahreszeugnis der Realschule und am Schuljahresende nach bestandener Pr├╝fung ein Realschulabschlusszeugnis.

Sch├╝ler auf dem erweiterten Niveau bekommen bis einschlie├člich Klasse 10 Lernentwicklungsberichte.

Sch├╝ler, die eine Pr├╝fung nicht bestehen, bekommen ein Abgangszeugnis, wenn sie die Schule verlassen. 

Exkurs ÔÇô Kompetenzen, Inhalte und Methoden

Es gibt verschiedene Kompetenzbereiche bzw. Kompetenzfelder. So unterscheidet man fachliche, soziale, personelle und methodische Kompetenzen. Die F├Ąhigkeit, eine Mindmap anzulegen, die Inhalte zu ordnen und daraus eine strukturierte ├ťbersicht zu erstellen ist eine methodische Kompetenz. Die F├Ąhigkeit, anderen Sch├╝ler zu helfen eine soziale Kompetenz.

In den einzelnen F├Ąchern und F├Ącherverb├╝nden werden in den Unterrichtssequenzen meist Kompetenzen aus allen Bereichen angestrebt. Eine weitere Unterscheidung besteht in der Dauer der Erreichung verschiedener Kompetenzen. W├Ąhrend fachliche Kompetenzen oft schon nach nur einer Unterrichtssequenz erreicht werden k├Ânnen sind soziale und personelle Kompetenzen oft nur l├Ąngerfristig zu erreichen. Sie m├╝ssen immer wieder aufgegriffen werden, um den Sch├╝lern diese Kompetenzen St├╝ck f├╝r St├╝ck n├Ąher zu bringen. Die Kompetenz, sich selbst richtig einzusch├Ątzen ist eine Kompetenz aus dem personellen Bereich und verlangt ein langes Training.

Viele dieser langfristigen Kompetenzen sind auch bei Erwachsenen nicht vollst├Ąndig ausgepr├Ągt. Sicher gibt es hier auch zwischenmenschliche Unterschiede, wie gut ein Mensch im Bereich einer Kompetenz ├╝berhaupt werden kann. W├Ąhrend manche Menschen sich selbst gut einsch├Ątzen k├Ânnen, m├╝ssen andere dauerhaft daran arbeiten.

Drittens sei noch erw├Ąhnt, dass Kompetenzen und Inhalte voneinander zu unterscheiden sind. Kompetenzen beschreiben das, was der Lernende nach einer Lerneinheit kann, eine F├Ąhigkeit, eine Fertigkeit, eine Eigenschaft. Ein Inhalt dagegen ist meist Mittel zum Zweck. Eine Kompetenz kann mit verschiedenen Inhalten angebahnt werden. M├Âchte man beispielsweise die Kompetenz Kommunikationsf├Ąhigkeit trainieren kann das in verschiedenen F├Ąchern mit verschiedenen Inhalten geschehen. Die gemeinsame Vorbereitung eines Referats ├╝ber den Igel gemeinsam mit einem Mitsch├╝ler kann, sofern die methodische Vorbereitung des Unterrichts stimmt, ein Mittel sein, diesen Kompetenzbereich zu trainieren. Daneben k├Ânnen nat├╝rlich auch die Inhalte selbst Ziel der Unterrichtlichen T├Ątigkeit sein.

Dar├╝ber hinaus k├Ânnen auch mit denselben Inhalten verschiedene Kompetenzen angebahnt werden, wenn unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. Dabei ist nicht entscheidend, was gemacht wird, sondern wie. Schreibt man einen Text mit der Hand oder mit dem Computer. Auch wenn der Text derselbe ist, die Art und Weise der Bearbeitung entscheidet ├╝ber den Erfolg der angebahnten Kompetenz.

Unterricht ist daher ein kompliziertes System aus Inhalten und Methoden, mit denen kurzfristig, mittelfristig oder langfristig Kompetenzen aus mehreren Kompetenzfeldern (fachlich, sozial, personell und methodisch,) erreicht werden sollen. Dieses komplizierte System wird komplex, weil ja Menschen als individuelle Wesen unterrichtet werden, welche auf verschiedene Inhalte und Methoden unterschiedlich reagieren. Jeder Mensch hat andere Vorerfahrungen, Talente und Schwierigkeiten. Auch der Lehrer selbst ist nat├╝rlich eine eigene Pers├Ânlichkeit. Den perfekten Unterricht wird es aus diesen Gr├╝nden nie geben. Aber das Wissen um diese Faktoren bewirkt, dass Lernen systematisch geplant wird und Kompetenzerweiterung kein Zufallsprodukt ist.

Fazit:

Mit unterschiedlichen Inhalten in den einzelnen F├Ąchern und F├Ącherverb├╝nden werden Kompetenzen aus verschiedenen Kompetenzfeldern angestrebt, die kurzfristig, mittelfristig und langfristig unter Einsatz verschiedener Methoden erarbeitet werden.

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